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Echillais, die Schwebefähre

Vom Jakobspilgerweg nach Santiago de Compostela bis zur Kindheit von Pierre Loti...

Die Schwebefähre, ein « Eiffelturm » über der Charente

Stellen Sie sich die Meisterleistung von Ferdinand Arnodin vor: im Jahr 1900 baute er die Schwebefähre, die Rochefort (am rechten Ufer) mit Echillais (am linken Ufer) verbinden sollte, ohne jedoch den Flussverkehr auf der Charente zu behindern!

Der Verkehr ist dichter geworden, muss die Brücke geschlossen, aufgegeben, niedergerissen werden?  Die Bevölkerung mobilisiert sich in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, um dieses in Frankreich einmalige Bauwerk, das seit 1976 unter Denkmalschutz steht, zu retten und zu bewahren.

Nachdem die Gondel restauriert worden war, konnte man die Charente  noch bis 2015 mit dem Fahrrad oder zu Fuß überqueren.  

Heute unterzieht sich die hundertjährige Schwebefähre einer Schönheitsoperation.  Um nach Echillais zu kommen, überqueren Sie die Charente von Rochefort aus mit der Fähre - die übrigens Arnodin getauft wurde - ; sie ist von April bis September in Betrieb.

 

Das « Maison du Transbordeur », das Interpretationszentrum der Schwebefähre

Statten Sie dem Maison du Transbordeur in Echillais eine Besuch ab; das Interpretationszentrum ist den Schwebefähren und den Flussüberquerungsmitteln der ganzen Welt gewidmet.

Entdecken Sie im Innern die sieben anderen noch in der Welt existierenden Schwebefähren  –  in Deutschland, England, Argentinien und Spanien ...

Überqueren Sie den Fluss an Bord einer virtuellen Gondel, genauso echt wie in der Wirklichkeit! Spüren Sie, wie Ihnen die frische Brise durch die Haare fährt?

Die Straße der romanischen Kirchen der Saintonge

Nehmen Sie Richtung auf das Zentrum der kleinen Stadt, die eine Etappe auf dem Jakobspilgerweg nach Santiago de Compostela war, und bewundern Sie die reichgeschmückte Fassade ihrer romanischen Kirche, Notre Dame de l’Assomption.

Auch sie steht unter Denkmalschutz, und ihre Apsis und die Seitenkappellen sind bemerkenswert. Betrachten Sie das Bauwerk aufmerksam und suchen Sie die Statue des „Grand’Goule“, eines Monsters aus der Mythologie des Poitou.

 

Wanderungen durch die Natur in der Heimat von Pierre Loti

Spazieren Sie durch den Jardin de la Cétoine, inmitten von Pfingstrosen, Iris, Geißblatt und Kiwibüschen … vielleicht begegnen Sie auch dem kleinen Käfer, der dem Garten seinen Namen gab?  Oder suchen Sie die Brunnen, die restaurierten Waschhäuser, die ehemaligen Bauernhöfe, die Kanäle, die den Charme von Echillais ausmachen, wie etwa der Kanal de la Bridoire. Wenn Sie in der freien Natur Luft schöpfen wollen, folgen Sie den kleinen Pfaden durch die Wälder …

Machen Sie unbedingt einen Umweg über den Privatbesitz « la Limoise », der zum Refugium des zukünftigen Schriftstellers und Marineoffiziers aus Rochefort, Pierre Loti, werden sollte – er verbrachte hier alle schulfreien Donnerstage seiner Kindheit.

 

“Meine ganze Kindheit ist untrennbar mit diesem kleinen Fleckchen Erde verbunden, diesen alten Eichenwäldern und dem steinigen, mit Sandthymian und Heidekraut überwucherten Boden“

Extrait de Roman d’un enfant, Pierre Loti.